Vorsicht: HBPG ignoriert Tradition und täuscht Vereine

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), seit April 2022 unter neuer Leitung, lädt für den 19. Juni 2022 zu einer Veranstaltung unter dem Namen "Potsdamer Geschichtstreff" nach Potsdam ein. In dem Schreiben, das am 6. April 2022 versandt wurde, heißt es, dass damit an die Tradition der "Potsdamer Geschichtsbörse" angeknüpft werden soll. Das ist nicht richtig!

Vielmehr geht es darum, das um die Potsdamer Geschichtsbörse herum geschaffene Netzwerk Ehrenamtliche Geschichtsarbeit im Land Brandenburg durch eine dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg genehmere Organisationsform zu ersetzen. Aus diesem Grund wurden von dieser Aktivität ganz bewusst all jene nicht unterrichtet, die das Netzwerk aufgebaut und über 16 Jahre hinweg am Leben erhalten hatten.

Wie in Verbindung mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung des HBPG am 29. April 2022 bekannt wurde, geht es mit der bereits im Februar 2022 annoncierten Veranstaltung vor allem darum, die Heimat- und Geschichtsvereine (wieder einmal) zu Werbern von Besuchern für die Ausstellung zu verpflichten. Für eine Ausstellung, bei der sie weder bei der Ideensuche noch bei deren Realisierung zur Beratung bzw. Information herangezogen wurden. Lediglich der Veritasclub Wittenberge erhielt auf Grund seiner Sonderausstellung, als Vertreter der Geschichte der Nähmaschinenproduktion in Wittenberge, wieder die Möglichkeit in der Ausstellung vertreten zu sein.

Die GeschichtsManufaktur Potsdam wurde zu dieser Veranstaltung nicht eingeladen! Und vor allem vorab nicht über die Absicht zu ihrer Durchführung informiert. Was aus unserer Sicht verständlich ist.
Zu sehr, und mit klaren Forderungen, hat sie sich in den letzten zwei Jahren dafür eingesetzt, dass die Behandlung der ehrenamtlich im Land Brandenburg arbeitenden Geschichtsforscherinnen und -forscher, ob in Vereinen oder einzeln tätig, grundlegend verändert werden müsste. Dazu gehört auch die finanzielle Unterstützung ihrer Arbeit.

Am 29. April 2022 ist es ein Jahr her, dass der Landtag Brandenburg einen Beschluss mit der Überschrift annahm "Ehrenamtliche Geschichtsarbeit im Land Brandenburg stärken und unterstützen".
Zur Umsetzung des Beschlusses wurden vor und nach seiner Verabschiedung umfangreiche Vorschläge unterbreitet und konkrete Schritte vorgeschlagen. Sie sind alle auf dieser Internetseite nachzulesen. Eine Antwort darauf gab es weder vom Kulturministerium noch vom HBPG. Dafür jetzt nun das Schreiben des HBPG.

Die Fortsetzung einer Tradition ist mit dieser Veranstaltung nicht vorgesehen. Vielmehr geht es darum, alles in Vergessenheit geraten zu lassen, was zwischen 2004 und 2019 getan und erreicht wurde. Das ist schade! Aber die GeschichtsManufaktur Potsdam wird es nicht davon abhalten, als Ansprechpartner für die im Land Brandenburg ehrenamtlich tätigen Geschichtsarbeiterinnen und -arbeiter zur Verfügung zu stehen.

Daran wird auch nichts ändern, dass Dr. Antonia Humm vom HBPG gewonnen wurde, eine Veranstaltung zu organisieren, mit der das Kulturministerium davon ablenken will, dass es für die Unterstützung der Ehrenamtliche Geschichtsarbeit im Land Brandenburg nichts getan hat. Mit dem Verweis auf diese Veranstaltung wird es im Landtag bei entsprechender Nachfrage behaupten, dass es keinen Einbruch in der Unterstützung gegeben habe und - im Gegensatz zu meiner mehrfach geäußerten Kritik - eigentlich alles sehr gut laufe.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die mit der Koordinierung der Ehrenamtlichen Geschichtsarbeit im Land bislang befassten Personen ins Vergessen gedrängt und durch Übergehen zum Schweigen verdammt werden.

PS:
Die hier praktizierten Methoden erinnern sehr stark an die Zeit vor 1990. Da herrschte Diktatur.
Aber "Demokraten" können schlimmere Diktatoren sein. Weil sie mit freundlichen Gesichtern daherkommen und bei jeder von ihnen angewandten menschenverachtenden Maßnahme gleichzeitig immer wieder herausstellen, was für bessere Menschen sie dennoch seien.